Der beste Weg auf die Welt

In der ARD lief vor einigen Tagen die Dokumentation „Der beste Weg auf die Welt“. Dreißig Minuten vollgepackt mit Emotionen und Informationen. Ich möchte Euch auf diesen Beitrag aufmerksam machen und ermutigen, ihn Euch anzusehen. Ihr findet ihn in der Mediathek.
An dieser Dokumentation kann man gut beobachten, welche Motivation Frauen haben können, um sich für eine natürliche Geburt zu entscheiden, oder eben dagegen. Das ist als Auszug zu verstehen, denn die Gründe für diese Entscheidung sind oft auch komplexer.
Thematisiert werden u.a. die seelischen Aspekte eines Kaiserschnittes, die gesundheitlichen Aspekte der Geburtsarten und die ökonomischen Überlegungen der Kliniken. Es geht um Selbstbestimmung und um Verantwortung.

Um Euch den Beitrag schmackhaft zu machen, habe ich vier Zitate niedergeschrieben, die von einer Mutter, zwei Gynäkologen und der Sprecherin stammen.
(ich verrate nicht, wer was gesagt hat)

———-
„Jede natürliche Geburt ist ein Risiko – für den Arzt. […] Ärzten ist es ausdrücklich erlaubt, sich für einen Kaiserschnitt aus organisatorischen oder juristischen Gründen zu entscheiden, oder aufgrund der Unerfahrenheit des Arztes.“

„Ich bin der Weg für das Kind, um auf die Welt zu kommen – das Tor zum Leben.“

„Jede werdende Mutter hat das Recht, selbstbestimmt- zusammen mit dem Gynäkologen und Geburtshelfer- zu entscheiden, wie sie ihr Kind bekommt. Und da hat Ethik, schon gerade Moral, überhaupt nichts zu suchen.“

„Die Frauen verlieren dadurch ihre Selbstbestimmtheit und ihre Eigenständigkeit. Genau die Argumente, die quasi, ich nenn das mal so, Gegner der normalen Geburt benutzen, um zu sagen, die Frau hat das Recht auf eine Kaiserschnittgeburt. Aber genau das entmündigt sie in meinen Augen, denn sie machen ihre Entbindung zu einem medizinischem Akt, damit sie selbst quasi nur noch am Rande was zu tun haben, um nicht die Verantwortung dafür zu übernehmen.“
———-

Hier geht es mit einem Klick (auf das Bild) zum Beitrag:

Weg-auf-die-Welt_aberwehe_w

Die lange Fassung der Dokumentaion (45 Minuten) könnt ihr hier sehen.

Eine informative Woche wünsche ich Euch.

Silke, von Elternstimme sichere Geburt

Noch ein PS: Ich freue mich bekannte Gesichter der #Elternprotestbewegung für eine #sichereGeburt und eine neue #Geburtskultur im Beitrag entdeckt zu haben.


 

3 Kommentare

  1. Für eine öffentlich-rechliche Anstalt ein Beitrag mit, so finde ich, recht deutlicher Botschaft. Therapeutische Hilfe für Mütter nach dem Eingriff wurde zwar auch angesprochen, aber dazu von mir noch als Ergänzung der Hinweis, dass es mit Prä- und Perinataler Psychologie inzwischen glücklicherweise mehr Hilfe für Mutter, Vater und Kind gibt – für die „Schadensbegrenzung“ danach.
    Z.B. unter http://www.isppm.de oder http://www.isppm.ch

    Gefällt 1 Person

  2. Danke für den Kommentar, Michael.
    Ergänzend dazu: In Deutschland sind Therapieplätze Mangelware. (Für die Schweiz kann ich das nicht beurteilen) Es mangelt jedoch nicht nur an den Plätzen, sondern auch am geschulten Auge der Mediziner, Hebammen und anderen Beteiligten im Umfeld der jungen Mutter. Denn wenn Unterstützung benötigt wird nach der Geburt, um das Seelenwohl der Frau (oder in Einzelfällen auch des Mannes) wiederherzustellen, bedarf das erst mal einer Diagnose, mindestens jedoch dem Gefühl, dass Hilfe von außen vonnöten ist. Und, um von einem konkreten Fall zu sprechen: Frau brauchte Hilfe, Ärztin erkannte das. Dann das Warten auf den ersten psychologischen Termin- monatelang. Das Aufwachen kam zum besagten Termin: „Therapie? Nein. Ich vermittle hier nur Anfragen an andere Kolleginnen. Und unter uns gesagt, lassen sie niemals Trauma auf Ihrem Überweisungsschein notieren. Dann nimmt sie keiner. Alle Therapeuten sind überlastet mit regulären Patienten.“ So geschehen in Deutschland. Mag sein, dass manche Frauen Glück haben und postnatale Fürsorge erhalten. Das trifft aus vielerlei Gründen nicht auf alle Hilfesuchenden zu.

    Gefällt mir

    1. Liebe Silke, da hast Du ganz recht: Es braucht mehr „geschulte Augen“ im Umfeld der jungen Mütter. Und zu diesem Umfeld gehörst auch Du mit Deinen wunderbaren Aktivitäten die dabei helfen, Augen zu schulen.
      Lass uns also einmal mehr Augen (und Ohren, d.h. bitte weitersagen) schulen:
      Abgesehen von Diagnose und von Therapieplätzen ist es wichtig und hilfreich, wenn es sich in der Öffentlichkeit immer mehr herumspricht, dass mit Prä- und Perinatalem Ansatz auch nach einer Geburt noch viel Gutes getan werden kann.
      Es gibt immer mehr TherapeutInnen, die so arbeiten. Diese kann man u.a. hier finden -> http://www.isppm.de/experten/
      Am besten konsultiert man diese direkt, damit frau gleich an die richtige Person kommt.
      Liebe Grüsse, Michael

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: