Geburtenzahlen der Regierungsbezirke und Schließungen geburtshilflicher Einrichtungen

Im Regierungsbezirk Düsseldorf wurden vier von fünf Kreißsälen geschlossen, während die Geburtenzahlen verglichen mit dem Vorjahr wieder anstiegen (2007, 2010, 2012, 2013). 2013 wurde im Bezirk wieder das Geburtenniveau von 2010 erreicht, die geburtshilflichen Einrichtungen sind jedoch von 54 auf 51 reduziert worden.

Im Regierungsbezirk Köln wurden 2013 zwei Kliniken geschlossen, die Geburtenzahl war in diesem Jahr jedoch stabil. In den Jahren nach starken Geburtenrückgängen (2009 und 2011) kam es zu keinen Schließungen. 2013 wurden die Geburtenzahlen von 2006 wieder erreicht, die Einrichtungen wurden in diesem Zeitraum von 47 auf 45 reduziert.

Im Regierungsbezirk Münster gab es 2006, 2008, 2009 und 2011 Geburtenrückgänge von über 1% gegenüber dem jeweiligen Vorjahr. Entsprechend wurden 2006, 2008 und 2011 Schließungen durchgeführt. 2012 (+1,4%) und 2013 (+0,6%) stiegen die Geburtenzahlen wieder, es wurden aber drei weitere Kreißsäle geschlossen. 2013 wurden die Geburtenzahlen von 2009 wieder erreicht, die Anzahl der Einrichtungen sank aber von 35 auf 29, d.h. um 17,14% in vier Jahren.

Im Regierungsbezirk Detmold wurden 2007 (+0,3%) und 2011 (-3,2%) drei Kreißsäle geschlossen. Zwischen 2005 und 2006 gab es einen starken Geburtenrückgang. 2014 wurde ein weiterer Kreißsaal geschlossen. 2013 wurde in diesem Bezirk der höchste Geburtenzuwachs in NRW verzeichnet (+1,1%). 2013 wurden das Geburtenniveau von 2011 erreicht, die Zahl der Einrichtungen blieb in diesem Zeitraum stabil.

Im Regierungsbezirk Arnsberg gab es 2006, 2009 und 2011 jeweils einen starken Geburtenrückgang. 2007 und 2008 schlossen jeweils vier Geburtsstationen. Auf einen Geburtenrückgang von 4% kamen also 8 Schließungen. Zwischen 2009 und 2013 folgten weitere Schließungen. 2013 wurde das Geburtenniveau von 2009 erreicht, die Einrichtungen gingen in der Zeit von 40 auf 37 zurück.

Akte_NRW_Tabelle_3

Fazit: Die Argumentation für die Schließung von Kreißsälen stützt sich auf den Rückgang der Geburtenzahlen.
In Bezirk Düsseldorf schlossen fast alle Kreißsäle in Jahren, die ein Geburtenwachstum zu verzeichnen hatten. Im Regierungsbezirk Köln kam es zu einem minimalen Geburtenrückgang von 48 Geburten. Dennoch schlossen daraufhin zwei Kliniken ihre Geburtshilfestation. Der Geburtenrückgang als Schließungsargument bleibt hier nicht nachvollziehbar. Im Bezirk Münster wurden sowohl nach geburtenschwachen Jahren Kliniken geschlossen, als auch in Jahren, die einen Geburtenzuwachs zu verzeichnen hatten. Hier ist nur teilweise nachvollziehbar, warum Kreißsäle aufgrund der Geburtenzahlen geschlossen wurden. Im Bezirk Arnsberg wurden acht Kliniken bei einem Geburtenrückgang von 4% geschlossen. Die Relation der Anzahl der Schließungen zur Anzahl der gesunkenen Geburtenzahlen ist fragwürdig. Allein im Bezirk Detmold wäre nachvollziehbar, dass Kreißsäle aufgrund gesunkener Geburtenzahlen geschlossen wurden.
In der Gesamtbetrachtung der Geburtenzahlen und Schließungsjahre geburtshilflicher Einrichtungen in NRW zeigt sich, dass im Jahr 2013 in etwa das Geburtenniveau von 2010 wieder erreicht wurde, jedoch 14 geburtshilfliche Einrichtungen weniger zur Verfügung standen. (2010: 201 Einrichtungen, 2013: 187 Einrichtungen)

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+++Akte NRW wurde am 11. Mai 2015 veröffentlicht. Alle Daten und Analysen, die sich auf die Recherche offener und geschlossener Einrichtungen beziehen, basieren auf dem Recherchestand von Februar 2015. Alle Angaben ohne Gewähr.
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