Entwicklung der Geburtenzahlen in den Regierungsbezirken zwischen 2005 und 2013

Die Entwicklung der Geburtenzahlen in den einzelnen Landkreisen und Städten verlief sehr unterschiedlich. So hatten Mönchengladbach (+9,7%) und Gelsenkirchen (+7,8%) 2012 die höchste Zuwachsrate an Geburten. Im Folgejahr waren es die Regionen Remscheid (+11,3%) und Münster (+8,2%). Der stärkste Rückgang der Geburten 2012 war in Remscheid (-5,2%) und im Kreis Heinsberg (-3,9%). Im Folgejahr lag der höchste Rückgang der Geburten im Märkischen Kreis (-7,7%) und in Mönchengladbach (-5,6%). [1]
Die Geburtenzahlen erreichten in Mönchengladbach 2012 einen starken Anstieg, im Folgejahr jedoch auch einen sehr starken Rückgang. Remscheid hingegen hatte 2012 einen starken Rückgang der Geburten, ein Jahr später, 2013, jedoch den stärksten Zuwachs in gesamt Nordrhein Westfalen.

Während bei der Gesamtbetrachtung von NRW das Jahr 2011 als geburtenschwächstes Jahr angesehen wird, zeigt der Blick auf die einzelnen Regierungsbezirke ein differenziertes Bild. Zum einen erreichte der Regierungsbezirk Detmold erst 2012 seinen Geburtentiefststand, zum anderen zeigt sich auch, dass die einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte zu unterschiedlichen Zeiten ihren Geburtentiefststand hatten. Die Stadt Düsseldorf hatte 2005 deutlich weniger Geburten als 2011. In der Stadt Köln wurden zwischen 2010 und 2013 jeweils über 10.000 Kinder im Jahr geboren, deutlich mehr, als zwischen 2005 und 2009[2]. Einen Geburtentiefststand gab es hier auch 2011 nicht. Auch die Stadt Münster hatte 2011 mehr Geburten als 2012. Damit kann nicht davon ausgegangen werden, dass das Jahr 2011 das geburtenschwächste Jahr in allen Regionen in NRW war.

Fazit: In Anbetracht der starken regionalen Schwankungen der jährlichen Geburtenzahlen lassen sich damit keine gesicherten Angaben über die zu erwartenden Geburtenzahlen einer Klinik machen. Die Schließung von Kreißsälen stützt sich jedoch argumentativ auf diese Zahlen.
Die Schließung von Geburtshäusern hingegen resultiert nicht aus den Geburtenzahlen, sondern aus den stetig steigenden Haftpflichtversicherungsprämien freiberuflicher Hebammen, die diese Versicherungssummen nicht mehr aufbringen können. Häufungen von Schließungen, in der nachfolgenden Grafik als vertikale rote Linien dargestellt, stehen in keinem Zusammenhang zur Geburtenentwicklung.

Akte_NRW_Abbildung_4

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+++Akte NRW wurde am 11. Mai 2015 veröffentlicht. Alle Daten und Analysen, die sich auf die Recherche offener und geschlossener Einrichtungen beziehen, basieren auf dem Recherchestand von Februar 2015. Alle Angaben ohne Gewähr.
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[1] IT.NRW, [Online], verfügbar unter: www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2013/pres_155_13.html und https://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2014/pres_260_14.html, [27.02.2015]

[2] IT.NRW [Online], verfügbar unter: https://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2014/pdf/260_14.pdf, [27.02.2015]

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