Armut ist weiblich

14:05 Uhr. Die Kleiderkammer des Pfarramtes hat seit fünf Minuten geöffnet.
Eine Schlange von ca. 20 Menschen wartet vor der Tür der kleinen Räumlichkeit, die vielleicht 10 % eines gängigen Modegeschäftes vorzuweisen hat.

Die Menschen sind alle Frauen. Einige wenige Frauen, die jüngeren, haben vermutlich einen Migrationshintergrund. Die anderen Frauen schätze ich altersmäßig auf 50+.

Ich werde mit meinen Kleiderspenden auf der engen Treppe die zum Eingang führt hindurchgelotst. Sie bilden mir ein Spalier, damit ich schneller ans Ziel komme.
In die Kleiderkammer werden nur max. 10 Personen gelassen. Die anderen müssen vor der Tür warten, bis jemand den Raum wieder verlässt.
Die Menschen die dort arbeiten sind auch Frauen – Ehrenamtliche, alle 50+.

Beim Verlassen des Raumes und auf dem Weg die schmale Treppe wieder hinunter, sehe ich in die Gesichter der Wartenden. Alle schauen weg und meiden den Blickkontakt zu mir. Schweigen.

Altersarmut betrifft vor allem Frauen, Alltagsarmut auch. Und Kinder.
Und wieder einmal schäme ich mich für unser Land. Dafür, dass es seine Mütter und Kinder im Stich lässt.

#dasmachtmirangst

Nachdenkliche Grüße,
Einfachnur Silke


altersarmut_abewehe
 

 

 

 

 

 

 

 

weiterführende Infos

* Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes
* Armut in Deutschland sinkt nur leicht – Artikel aus „Die Zeit“
* Armuts- und Reichtumsbericht- Bundesministerium für Arbeit und Soziales
* Was Armut in Deutschland wirklich bedeutet – Artikel aus „Süddeutsche Zeitung“
* Alleinerziehende leben fünfmal häufiger in Armut als Paarhaushalte – Studie der
Bertelsmann Stiftung
*programmierte Frauenarmut -Beitrag aus „Diakonie konkret“


 

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