Lumos Maxima: Über phantastische Tierfähigkeiten und wo sie zu finden sind

Auf die Frage: “ Wie war denn deine Geburt?“, gibt es unterschiedliche Antworten die frau geben kann. Um das entstehende Gespräch recht schnell wieder abzubrechen, kann frau einfach mit „gut!“ antworten. Oder frau bleibt bei der Wahrheit und antwortet differenzierter mit „selbstbestimmt“, „phantastisch“, „schrecklich“, „traumatisch“, „schmerzvoll“ oder „kraftgebend“. Wie wäre es, wenn frau einfach mit „wild“ antwortet? Ja, ihr lest richtig. Wild!
Wilde Geburten sind keine Erfindung, sondern die Verwortlichung einer Tatsache, ein in Buchstaben ausgedrückter Fakt. Jede Frau, und jetzt lehne ich mich mal weit aus dem Fenster, gebiert wild. Das ist ja das phantastische an Geburtserlebnissen, unabhängig davon, wie sie ausgegangen sind. Sie wecken (Ur)Kräfte und (Ur)Fähigkeiten in uns, von denen wir zuvor vielleicht nur geahnt haben. Sie zeigen uns starke und schwache Seiten von uns selbst, die wir zuvor nicht kannten oder aus Gründen unterdrückt haben. Die Schwangerschaften und die Geburten unserer Kinder erwecken Talente in uns, für die wir Worte suchen müssen, um sie zu beschreiben. Manchmal ist es leichter diese erlebten Kräfte und Fähigkeiten an Tiere zu koppeln, denen diese Eigenschaften zugeschrieben werden.

mutig wie eine Löwin, flink wie eine Gazelle, ängstlich wie eine Häsin, schlau wie eine Füchsin oder fromm, wie ein Lämmchen.

 

Nicht hinterfragte Glaubenssätze sind was für Schafe

Tanja, von Herzbauchwerk überlegte in ihrem letzten Blogbeitrag, warum es so viele brave Schafe unter uns gibt, die ungefragt Glaubenssätze übernehmen und sie sie am Leben erhalten.
„Geburt ist schmerzvoll, Geburt ist gefährlich, Geburt ist was für das Krankenhaus“

Wenn wir alle brav diesen Glaubenssätzen Wahrheit schenken und sie übernehmen, uns nie fragen, ob das wirklich unsere Wahrheit sein soll oder nicht, ja wenn wir so brav werden, dass wir uns gar nicht mehr erlauben, dass da etwas anderes Platz haben könnte als eine schmerzhafte, traumatische Geburt, dann ja dann sind wir doch wie die Schafe, die tun und lassen was der große Schäfer uns sagt, um ja nicht von den kläffenden Hunden gebissen zu werden.

Dann haben die Kritiker die Macht über uns. Dann haben sie die Macht, die Frauen, die schön, ekstatisch, vielleicht sogar orgastisch geboren haben in den Dreck zu ziehen und lächerlich zu machen. Sie haben die Macht, diese tolle Melodie, die sie komponiert haben als schlechten Punk zu titulieren. Nur zu schade, dass zu viele diesen Kritikern auch Glauben schenken. Ob sie etwas von guter Musik verstehen oder nicht sei dahin gestellt.

Und die Schafe? Ja die Schafe, die sind dann froh, dass der liebe Schäfer so gut zu ihnen schaut und für Zucht und Ordnung sorgt. Denn so schlecht ist das Leben dort nicht, als braves Schaf. Aber eben auch nicht supertoll. Weil man ist einfach ein Schaf wie so manches. Jedes wird nach dem gleichen Schema geschoren, zur gleichen Zeit. Das eine Schaf hätte aber seinen Pelz lieber schon eine Woche vorher verloren, weil es ein sehr hitziges ist, das andere hätte seine Wolle lieber noch ein wenig behalten, weil es schnell kalt hat und friert. Aber was soll`s. Brave Schafe ticken einfach nach den Regeln und beherzigen sie. (aus „Bist du born to be wild genug)

Wir sind alle geboren, um wild zu sein.

Wild zu sein bedeutet, heftig, stürmisch; ungestüm, ungezügelt; durch nichts gehemmt, durch nichts abgeschwächt oder gemildert zu werden.

Soll nicht so auch Geburt sein? Wenn es in einer Geburt darum geht, in den Flow zu kommen, sich der Geburtskraft hin zu geben, um bei sich sein zu können, los lassen zu können, sich dem Geschehen hin geben zu können, dann, ja dann liebe Frauen müssen wir (wieder) wild werden!

Wie willst du denn gebären? Wie ein Schaf in der Herde, dort, wo du fast keine Ruhe findest, dich jeder beobachtet, dir der Schäfer sagt, was du zu tun und zu lassen hast, damit dein Lamm gesund auf die Welt kommt? Dort wo dir die andern Schafe immer wieder rein blöken? Oder wie eine Tigerin, stolz und kraftvoll, im Dschungel. beschützt von der Natur, in Harmonie und im Vertrauen mit deiner Urkraft. Wild eben.

Egal, ob du dich für eine Geburt im Krankenhaus, zu Hause, alleine, mit Hypnobirthing oder sonst welchen Hilfsmitteln entschieden hast, das wichtige dabei ist doch, dass du die Tigerin raus lassen kannst, dass du selbst keine Angst davor hast, zu einem wilden Tier zu werden, oder nicht? Lass es raus, dein GeburtsTemparament! Geburt darf laut und wild sein, ein bisschen verrückt, lebhaft, sie bringt ja auch Leben hervor! (aus „Bist du born to be wild genug)

Um wild gebären zu können, sollte frau erst mal herausfinden, was ihre GeburtsNatur ist, meint Tanja.

„So wie sich das die Gabi vorstellt, ja so kann das ganz falsch sein für die Lisa. Drum muss jede Frau zu allererst mal ganz, ganz, ganz tief in sich gehen, das Schaf beiseitelegen, den Schäfer ausschalten, der immer wieder die vielen Glaubenssätze rund um Geburt predigt und sich fragen: „wie will ICH gebären? Was ist Geburt für mich, in ihrer Urform?“

Oder frau zerbricht sich vorher nicht allzu stark den Kopf und vertraut sich selbst und dem Moment, in dem ihre unbekannten Fähigkeiten ans Licht kommen wollen. Und glaubt mir, sie wollen! Das kann unter der Geburt sein oder sich schon in der Schwangerschaft ankündigen. Alle Facetten unseres Selbst gehören zu uns, die ängstlichen, die mutigen, die improvisierenden und die kraftvollen Teile: sie sind Teile unserer Persönlichkeit, sie gehören zu uns und wollen anerkannt und geliebt werden. DAS sind wir, in Reinform: facettenreich und authentisch. Und nur wir selbst sind es, die unsere Kinder gebären – mit all unseren Kräften, Eigenschaften, (Un)Sicherheiten und unserer unbändigen Leidenschaft.
Lumos Maxima! Der Zauberstab seid ihr selbst und ihr wisst auch, wie ihr ihn bedienen könnt.

Aus dem Nähkästchen

Bei einer meiner Geburten war ich eine Bärin, so kraftvoll und ungezügelt, dass ich spürte, wie ich die Beine eines Holzstuhles, vor dem ich kniete, mit meinen Händen zerbrechen und in viele Teile zersplittern konnte. Mein Mann und meine Hebamme hielten den Stuhl fest und beobachteten, ob ich das Inventar des Geburtshauses nun tatsächlich kleinhacken würde. Und wie eine Bärenmutter kämpfte ich nach dieser Geburt um mein Junges, mutig, leidenschaftlich und auch aggessiv. Die Geburtsempfindungen waren eine Art sich selbst erfüllender Prophezeiung, wie sich später herausstellte.

Bei der ersten Geburt kann ich zurückblickend keine Ähnlichkeiten mit den Eigenschaften eines  Tieres finden. Da habe ich mich, ohne es geplant und gewusst zu haben, durch Tönen selbst hypnotisiert und mich auf eine wundervolle Reise begeben, um mit einem Kind zurückzukehren. DAS, war das verrückteste und prägendste positive Erlebnis für mich, denn es eröffnete mir auch nach der Geburt Türen, die ich zuvor nur erahnt hatte.

Wie war das bei euch? Welche Fähigkeiten und Eigenschaften kamen ans Licht, als ihr Lumos Maxima geschrien habt und eure Kinder geboren habt? Welche wilden Eigenschaften wurden entfesselt?

Stürmische Grüße sendet euch Silke,
von Elterstimme sichereGeburt

 

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