Klagt, ihr Weiber!

Viele von euch haben sich sicher gefragt, wie es jetzt mit dem Schiedsspruch weitergegangen ist. Der Schiedsspruch ist seit dem 12. November 2015 rechtsgültig. Nur, keiner weiß was da drin steht. Richtig, er ist nicht öffentlich. Richtig, wir Eltern dürfen nicht einmal den Originaltext der Rechtsprechung lesen. Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg und hinter unserem Rücken.

Bei uns als Fehlentscheidungerträgerinnen führt das zu großer Verunsicherung. Dabei sollten doch die Schwangerschaft und vor allem die Zeit kurz vor der Geburt stressfrei sein.
Aber Wehe, wenn frau jetzt über Entbindungstermin +3 kommt, dann geht es scheinbar erst richtig los mit der Entmündigung und auch mit dem Stress.

Verhandlungsbeteiligte waren: der Deutsche Hebammenverband, der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschland, das Netzwerk der Geburtshäuser und natürlich der GKV. [Letzterer hat mit Abstand die höchste Anzahl von Hausausweisen im Bundestag und hat damit die meisten Lobbyisten am Start – aber das nur als Zusatzinfo für euch]
Diese konnten sich nicht einigen, daher wurde die Schiedsstelle eingeschaltet.

Jetzt gibt es Antworten zu einigen offenen Fragen

*1. Welche Untersuchungen (und nach welchen Richtlinien) nimmt ein Facharzt/eine Fachärztin ab ET+3 vor?

*2. Wie erfolgt die Dokumentation dieser Untersuchung?

*3. Ist eine „Freigabe“ des Arztes für eine geplante Hausgeburt und wenn ja, wie muss diese formuliert sein?

*4. Können (gesetzl. vers.) Frauen, die eine Hausgeburt planen, eine fachärztliche Untersuchung (oder Teile davon) ab ET+3 ablehnen?

* 5. Welche Auswirkung hat eine Ablehnung/teilweise Ablehnung
5.1. auf den Geburtsort?
5.2. auf die Übernahme der Kosten durch die gesetzlichen
Krankenversicherungen?
5.3. für den Vertrag der betreuenden Hebamme mit der gesetzlichen
Krankenversicherung?

*6. Wie und wo (Arzt oder Hebamme?) muss die Ablehnung dokumentiert
sein?

Im Artikel „Klagt, ihr Weiber“ könnt ihr jetzt die Originalantworten des GKV nachlesen. Und bitte, lest den Artikel der Journalistin Michaela Skott in seiner vollen Länge! Es lohnt sich.

Noch mal zur Erinnerung:
Warum die nun gesetzlich verankerten Vorstellungen des GKV gegen geltendes Recht verstoßen.

Warum der ET kein relevantes diagnostisches Kriterium für irgendwas ist und Entscheidungen aufgrund ET fahrlässig sind.

Und auch darum gibt es das große Netzwerk für eine menschliche Geburtshilfe in Deutschland. Möge es wachsen und gedeihen und zu seiner Kraft finden.
Amen.

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