Name it: each woman is a rose

Die Rose spielt in vielen Kulturen eine bedeutende Rolle. Sie ist Symbol für Liebe, Fruchtbarkeit, für Luxus und für Verschwiegenheit. Rosen stehen auch in Verbindung mit Schmerz und Vergänglichkeit.
Seit 2013 begleitet die Rose weltweit einen schlichten und würdevollen Akt.

Hypothesen

Hätten wir genügend Hebammen, welche Frauen auf dem Reifeprozess zur Mutter fürsorglich und sachkundig begleiten können (und zwar in einem Verhältnis von 1:1),
UND

Hätten wir mehr Ärzte und Ärztinnen in der Geburtshilfe, die den Frauen würdevoll begegnen und ihnen Zuversicht geben, statt sie in den Angstraum „Geburt“ zu setzen,
UND

Hätten wir ein Gesundheitssystem, das nicht auf die Erwirtschaftung von Gewinnen ausgerichtet ist,
DANN

wäre dieser Tag nicht notwendig!

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Roses Revolution 25. November

 

 

Roses Revolution | 25. November | jährlicher Aktionstag gegen Gewalt in der Geburtshilfe

 

Gewalt in der Geburtshilfe ist bislang ein Tabuthema.
Nicht nur die Öffentlichkeit ist ahnungslos, sondern auch viele Frauen sind sich unsicher, ob es sich bei ihren Geburtserlebnissen um Gewalt, Köperverletzung, Nötigung oder Beleidigung handelt. Immer wieder lese ich Kommentare wie: „Hauptsache gesund“; „Aber das passiert doch jeden Tag- das ist normal“; „Hab dich nicht so, es ist doch alles gut gegangen“. Diese oder ähnliche Aussagen spiegeln auch die Ohnmacht wieder, diese oft traumatischen Erlebnisse als faktisch wahrzunehmen.
Es scheint so, als wären das fiktionale Ereignisse – aber es passiert jeden Tag in Deutschland und auf der ganzen Welt.
Diese Geburtserfahrungen begleiten betroffene Frauen oft jahrelang und sie bleiben zu oft unausgesprochen, genauso wie die daraus resultierenden Folgen.

„ Die Gewalt fängt nicht an wenn Kranke getötet werden. Sie fängt an wenn einer sagt: „Du bist krank: Du musst tun, was ich sage!“

(Auszug aus „Die Gewalt“ von Erich Fried)

Vor wenigen Wochen erschien das Buch: „Gewalt unter der Geburt – der alltägliche Skandal“. Christina Mundlos hat den Skandal zu Papier gebracht. Hier findet ihr eine Leseprobe.

 

Global Movement against obstetric Violence.
Am 25.November soll erneut ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass das Recht auf körperliche Unversehrtheit und das Recht auf Aufklärung, Information und Einverständniserklärung auch für schwangere Frauen und Gebärende gilt.
Weltweit legen Frauen an diesem Tag eine Rose an die Tür des Ortes, an denen ihnen Gewalt unter der Geburt oder in der Schwangerschaft widerfahren ist. Das kann die Kreißsaaltür sein oder die Krankenhauslobby, die gynäkologische Praxis, die Hebammenpraxis oder das Geburtshaus. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Nachricht in einem Umschlag dazuzulegen. Ihr könnt, wenn ihr es selbst nicht schafft, auch eine andere Person dazu beauftragen.
Bitte macht ein Foto von der niedergelegten Rose und postet es mit dem Namen des Geburtsortes und dem Hashtag #rosrev auf diese Seite oder via Twitter. Natürlich könnt ihr das Bild auch anonym veröffentlichen. Bitte schreibt den Administratoren dieser Seite eine Nachricht. Es besteht auch die Möglichkeit mir eine E-Mail zu schicken. Ich leite die Bilder und die Ortsangaben dann anonymisiert weiter, damit sie veröffentlicht werden können.

Roses Revolution 2015 – Pressemitteilung


Was ist Gewalt in der Geburtshilfe?

Die nachfolgende Auflistung findet ihr mit weiteren Erklärungen auf der Website der Initiative für gerechte Geburtshilfe in Deutschland.

Physische Gewalt

  • Festhalten
  • Festschnallen der Beine
  • keine freie Wahl der Geburtsposition (z.B. in Rückenlage auf dem Gebärbett)
  • grobe Behandlung (z.B. Katheter unnötig schmerzhaft legen)
  • medizinisch nicht indizierte Untersuchungen (z.B. wiederholt nach dem Muttermund zu tasten, wenn dies nicht gewollt/notwendig ist)
  • ohne Einverständnis und ohne medizinische Notwendigkeit einen Dammschnitt durchzuführen
  • ohne Einverständnis und ohne medizinische Notwendigkeit einen Kaiserschnitt zu machen
  • ohne Einverständnis und ohne medizinische Notwendigkeit sonstige medizinischen Interventionen (Medikamentengabe, Kristellern, Katheter legen) durchzuführen.
  • Schläge, Ohrfeigen, Kneifen
  • Zwang unter Wehen still zu liegen

 

Psychische Gewalt

  • Anschreien
  • Ausübung von verbaler Gewalt. Z.B. zu sagen: „Wenn sie jetzt nicht mitarbeiten, dann stirbt Ihr Baby!“ oder „Seien sie gefälligst still!“ oder „Guck dich mal an Mädchen, du bist fertig – du musst eine PDA nehmen.“
  • Beschimpfen
  • Druck ausüben oder erpressen
  • Gebärende unter Geburt allein lassen (außer, wenn sie dies ausdrücklich will)
  • keine (echte) Wahlfreiheit bei medizinischen Interventionen lassen
  • Machtmissbrauch
  • Nötigung
  • Sexualisierte Gewalt in Form von Sprache, Witzen
  • Verbot zu essen/trinken, sich zu bewegen
  • Willkür
  • Zwang

Schwangerschaft ist keine Krankheit, dennoch greifen hier Patientenrechte
Das Bundesministerium für Gesundheit schreibt dazu:

„Als Patientin oder Patient haben Sie aber Anspruch auf eine angemessene Aufklärung und Beratung sowie auf eine sorgfältige und qualifizierte Behandlung. Diagnostische und therapeutische Maßnahmen sind mit Ihnen abzustimmen. Bei Behandlung, Pflege, Rehabilitation und Prävention ist Ihre Würde und Integrität als Patientin oder Patient zu achten, Ihr Selbstbestimmungsrecht und Ihr Recht auf Privatsphäre zu respektieren.“

Bitte informiert Euch über Eure Rechte!

 

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weiterführende Informationen und Links

 

 

Fotos der Roses Revolution 2014

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